OEE – Effektivitätssteigerung in der Produktion

von 30 Mrz, 2021

Die Overall Equipment Effectiveness (OEE) ist ein praxisgerechter Ansatz, der Werksleiter und Anlagenbetreiber von Fertigungsanlagen in die Lage versetzt, konkrete Probleme zu identifizieren und Lösungen zu finden. So kann, in einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess, die Effektivität der Fertigungsanlage optimiert werden.

Der gute Betrieb von Fertigungsanlagen ist ein entscheidender Punkt für den unternehmerischen Erfolg. Um objektiv beurteilen zu können, wie gut eine Fertigungsanlage genutzt wird, sind Messungen notwendig. Dazu ist die Overall Equipment Effectiveness (OEE) der Schlüsselindikator (KPI). Er misst die Effektivität, das Verhältnis des erreichten Ziels zum definierten Ziel, also ob die richtigen Dinge getan werden. Natürlich ist es auch wichtig, die Dinge richtig zu tun, also die Effizienz zu betrachten, aber das ist eine andere Fragestellung. Die Ermittlung der OEE allein reicht natürlich nicht, sondern sie ist Grundlage eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses.

OEE-Kennzahl

Fertigungsanlagen zu betreiben ist nicht einfach. Es treten Störungen auf, es wird langsamer produziert als geplant oder es entsteht Ausschuss. Die OEE macht diese Verluste messbar, sie ist definiert als:

Abbildung: OEE-Kennzahl

Die OEE ist eine Kennzahl, die die Verluste aus technischen oder organisatorischen Problemen, aus verringerter Leistung oder aus Qualitätsproblemen darstellt.

OEE automatisch ermitteln

Für eine aussagekräftige OEE reicht eine Handaufschreibung nicht aus. Sie ist i.d.R. zu grob, erfasst einen Teil der Verluste wie z.B. Kurzzeitunterbrechungen nicht, ist oft subjektiv gefärbt und bestenfalls aufwändig auswertbar. Die gute Nachricht ist, die OEE ist eine einfache Kennzahl, sie kann mit wenigen Messparametern in Echtzeit ermittelt werden. Es gibt heute für nahezu jede Fertigungsanlage die Möglichkeit Grunddaten mit überschaubaren Kosten automatisch zu messen. Das können z.B. Signale für Produktion ja, nein, die aktuelle Zykluszeit oder Stückzahlen sein.

Diese Daten werden dann manuell oder mit weiteren Sensoren mit Informationen angereichert, z.B. dem Stillstandsgrund und aktuellen Fertigungsauftrag. Gerne zeigen wir Ihnen mit einem „OEE-Piloten“ Ihre Möglichkeiten.

OEE ist praxisgerecht

Mit der OEE wird kein abstrakter Indikator ermittelt, sondern er zeigt, wo die Probleme herkommen. Dazu zeigt die OEE sechs häufige Verlustursachen auf.

Verluste bei der Verfügbarkeit (OEE2) entstehen, wenn eine Fertigungsanlage für die Produktion eingeplant ist, aber nicht produziert. Ursachen sind

  • Geplante Stillstandszeiten wie z.B. Rüstzeiten und Instandhaltungsarbeiten
  • Ungeplante Stillstandszeiten durch technische oder organisatorische Störungen

Verluste bei der Leistung (OEE3) entstehen, wenn die tatsächliche Ausbringung geringer ist als die geplante. Ursachen sind

  • Kurze Unterbrechungen der Produktion
  • Zu langsame Laufzeit

Verluste bei der Qualität (OEE4) entstehen, wenn ein gefertigtes Produkt nicht den Anforderungen entspricht oder dies erst durch Nacharbeit erreicht wird.

  • Produktionsprobleme beim Anfahren
  • Produktionsmängel
Abbildung 2: OEE Verlustursachen (Quelle: Objective International, https://objt.com)

Weitere Ausführungen dazu finden Sie in dem Blog „Three critical measures impacting your OEE productivity“. Durch Aufzeigen der konkreten Verlustursachen werden Werksleiter oder Anlagenbetreiber in die Lage versetzt, die konkreten Probleme zu identifizieren und Lösungen zu finden. So kann in einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess die Effektivität der Fertigungsanlage optimiert werden.

OEE und MES, das ideale Paar

Ein Manufacturing Execution System (MES) ist ein System zur operativen Produktionsplanung und -steuerung. Es ermöglicht die Überwachung der Produktionsprozesse in Echtzeit. MES ist also genau das System, um die OEE zu ermitteln und transparent darzustellen.

Vom MES werden Signale und Messwerte der Fertigungsanlage automatisiert, in Echtzeit aufgenommen und wo notwendig von den Werkern über Terminals mit zusätzlichen Informationen angereichert.

Damit entstehen aussagekräftige Datenreihen. Die OEE wird in Echtzeit oder für festgelegte Intervalle berechnet und dargestellt. Auswertungen nach verschiedenen Kriterien geben einen transparenten Blick auf die Ergebnisse und helfen die Ursachen von Verlusten zu erkennen.

Abbildung: OEE und Verlustgruppen

Fazit

Die Overall Equipment Effectiveness (OEE) ist ein praxisgerechter Ansatz, der Werksleiter und Anlagenbetreiber von Fertigungsanlagen in die Lage versetzt, konkrete Probleme beim Betrieb zu identifizieren und in einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess, die Effektivität zu erhöhen. Um dies technisch umzusetzen, sind MES-Systeme das Mittel der Wahl.

Gerne analysieren wir ihre Anforderungen und erarbeiten gemeinsam mit Ihnen eine maßgeschneiderte Lösung.


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